Der Rollstuhl
Heutzutage sind wir - technisch gesehen - meilenweit entfernt von den monströsen Ungetümen, welche noch in den 70iger das einzige Fortbewegungsmittel für Rollstuhlfahrer waren. Neben den Elektro-Rollstühlen sind die sogenannten Aktiv-Rollstühle das Hilfsmittel der Wahl für aktive Rollifahrer. Von diesen sind aufgrund ihrer robusten Bauweise besonders Starrahmenkonstruktionen für Rolliwanderungen geeignet.
Auf was sollte beim Rollstuhl besonders geachtet werden, wenn man sich damit auf Tour begibt? Hier sind ein paar Tips:
- Schiebegriffe für die Helfer - wenn diese auch noch verlängerbar sind, lassen sich sogenannte Sackkarrenpassagen (Rolli wird nur auf den großen Rädern fortbewegt) besser bewältigen
- Relativ große Vorderrollen, mindestens 4'' - Skaterrollen sind nicht besonders gut geeignet!
- Fixierband für die Beine, damit diese bei Unebenheiten nicht von der Fußauflage herunterrutschen können
- ein gewisser Radsturz ist ebenfalls von Vorteil, sofern dadurch der Rolli nicht zu breit wird
Ich benutze seit Jahren Aktiv-Starrahmenstühle von Küschall. Am Anfang den Competition V, seit einigen Jahren nun den K4. Abgesehen vom geringen Eigengewicht der Alu-Konstruktionen hat mich besonders deren Variabilität überzeugt. So sind die Schiebegriffe weit herausziehbar und der Radsturz dank Vario-Achse in verschieden Stufen einstellbar.
Das Handbike
Wenn sich in den letzten Jahren im Rehabereich etwas rasant verändert hat, so sind das die Handbikes. Erst vor ca. zwanzig Jahren begann die Karriere dieses Sportgerätes. Aus den Vorspann- / Adaptivbikes der ersten Jahre haben sich inzwischen Hightech-Rennmaschinen entwickelt, mit denen trainierte Athleten in Sachen Geschwindigkeit auf der Kurzstrecke mit guten Radprofis mithalten können.
Doch diese Racebikes sind für Touren abseits glatter Asphaltpisten nur eingeschränkt geeignet. Neben den noch immer gebräuchlichen Adaptivbikes kommen deshalb Tourenbikes zum Einsatz. Diese verfügen nicht nur über die entsprechende Bodenfreiheit, sondern haben gegenüber den Vorspanngeräten auch den Vorteil der besseren Gewichtsverteilung. Auch bei steileren Anstiegen auf sandigem Untergrund kommt deshalb noch genügend Druck auf das angetriebene Vorderrad, um weiterfahren zu können.
Hier ein paar Tips für die Handbikeausstattung:
- Kettenblätter an der Kurbel sollten nicht zu groß gewählt werden, es muß noch einen "Kriechgang" geben
- Bodenfreiheit (Abstand Rahmen-Straße) nicht unter 12cm
- Ggf. robustere Bereifung
In den ersten Jahren fuhr ich den "Freedom Ryder" der amerikanischen Firma Brike Int. Ltd. Aufgrund der recht häufigen Reparaturen - selbst am Rahmen - habe ich mir dann im Jahr 2006 ein
S3 - Tourenversion von der deutschen Edelschmiede
Schmicking zugelegt. Besonderes Detail: eine Rohloff-Getriebenabe statt der üblichen Gangschaltung. Diese ermöglicht das Schalten selbst im Stand und ist daher bei unberechenbaren Geländeverhältnissen optimal.



