Zum Erfahrungsaustausch mit Freiwilligen nach Island
Im August 2009 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen einer von der EU finanzierten und vom Projekt „Freiwillige in Parks“ koordinierten Reise zum Erfahrungsaustausch mit englischen Freiwilligen des
BTCV (British Trust for Conservation Voluteers) nach Island zu fahren. Jens Homey, ein ehrenamtlicher Naturführer vom Naturpark TERRA.vita und ich besuchten zunächst die Hauptbasis der englischen Freiwilligenorganisation in Skaftafells.
In den kommenden Tagen erfuhren wir nicht nur einiges über die Arbeit der Freiwilligen vor Ort, sondern lernten auch ein wenig das Leben im Camp kennen.
Zudem hatte Chas Goemans, der englische Koordinator des BTCV, für uns ein sehr umfangreiches Besuchsprogramm zusammengestellt. Als Rollifahrer sollte ich testen, inwieweit diese Ziele für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen zu erreichen sind und danach ggf. Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Wir wanderten auf einem Naturlehrpfad zum Gletscher Skaftafellsjökull, besuchten mehrere große Wasserfälle, wie z.B. den Skógafoss, den Seljalandsfoss und den Gulfoss und erlebten eine abendlichen Fahrt mit dem Schlauchmotorboot auf dem eisbedeckten Gletschersee Fjallsárlón.
Am letzten Abend in Skaftafells berichteten Jens und ich über unsere ehrenamtliche Arbeit für den
Naturpark TERRA.vita und das
NationalparkZentrum sowie die Nationalparkregion Sächsische Schweiz.
Danach ging es mit dem Geländefahrzeug auf unbefestigten Straßen ins fast wüstenhafte Landesinnere zur zweiten Basis des BTCV. Landmannerlaugar ist wohl jedem Islandbegeisterten nicht nur wegen der Berge aus verschiedenfarbigen Mineralien bekannt. Diese, wie auch die nahen heißen Quellen, sind das Ergebnis einer bis heute andauernden vulkanischen Aktivität. Ein Freiluft-Bad im 40-45°C warmen Wasser zählte für mich zu den Höhepunkten der Reise.
Auch an weiteren Orten konnten wir uns von den besonderen geologischen Bedingungen Islands überzeugen, welche durch die Lage der Insel über der Nahtstelle zwei großer Kontinentalplatten bedingt ist. Die heißen Quellen in Hveravellir zählen dazu, und natürlich das große Feld von Springquellen bei Geysir. Bis zu diesem Zeitpunkt wußte ich nicht, dass der Name für das Naturphänomen „Geysir“ von diesem Ort herrührt. Besonders anschaulich wird das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten in þingvellir, wo sich dadurch inzwischen ein breiter Graben gebildet hat. Dieses Gebiet wurde 1930 Islands erster Nationalpark und gehört seit 2004 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe. Für Isländer besitzt der Ort aber auch noch eine ganz besondere Bedeutung. Hier, wo in alten Tagen das altisländische Parlament tagte, wurde 1944 die Unabhängigkeit ausgerufen.
Die Zeit in Island ging viel zu schnell vorbei. Erschöpft, doch mit vielen bleibenden Eindrücken, landeten Jens und ich nach einer Woche wieder in der Heimat. Ein einzigartiges Erlebnis mit vielen neuen Einsichten und Erlebnissen.
Was bleibt...
... sind die Erinnerungen an schöne Tage und die greifbaren Ergebnisse dieser Reise.
Denn ich habe nicht nur einen ausführlichen Reisebericht verfaßt. Auch Rollifahrer, die sich mit dem Gedanken tragen, Urlaub in Island zu machen, sollen davon profitieren. In den nachfolgenden Links findet sich eine Übersicht, in welcher ich alle auf der Tour besuchten Sehenswürdigkeiten hinsichtlich ihrer barrierefeie Zugänglichkeit dokumentiert habe. Und für alle Island-Fans gibt es natürlich auch noch ein paar Bilder.





